London Congestion Charge & ULEZ 2026: Kosten, Zonen und wie Sie als EU-Fahrer wirklich sparen
Wer mit dem eigenen Auto von Deutschland nach London fährt, stößt früher oder später auf zwei Gebühren, die sich gerne summieren: die Congestion Charge und die ULEZ. Beide gelten ausdrücklich auch für ausländische Kennzeichen, und gerade hier machen deutsche Reisende teure Fehler. Dieser Leitfaden erklärt nicht nur die Tarife 2026, sondern verrät die Stolperfallen, die in keiner Broschüre stehen, und wie Sie die Anreise von der Fähre bis ins Zentrum clever planen.
🔑 Das Wichtigste in Kürze
- Congestion Charge: 18 £ pro Tag (seit 2. Januar 2026), Mo bis Fr 7 bis 18 Uhr, Wochenende 12 bis 18 Uhr, nur im Zentrum.
- ULEZ: 12,50 £ pro Tag für ältere Fahrzeuge, rund um die Uhr, in ganz Groß-London.
- Beide zusammen können an einem Tag anfallen: bis zu 30,50 £.
- Ausländische Kennzeichen zahlen mit. Für die ULEZ müssen Sie Ihr Auto vorab bei TfL registrieren, sonst droht trotz sauberem Fahrzeug ein Bußgeld.
- Strafe bei Nichtzahlung: 160 £ pro Gebühr (PCN).
- Bester Spartipp: Auto außerhalb der Zonen parken und mit der U-Bahn ins Zentrum.
Worum es geht: zwei völlig verschiedene Gebühren
Der häufigste Irrtum vorweg: Congestion Charge und ULEZ sind nicht dasselbe und werden auch nicht zusammen abgerechnet. Es sind zwei getrennte Systeme von Transport for London (TfL), die zufällig in derselben Stadt gelten und beide mit Kameras überwacht werden. Sie können einzeln, zusammen oder gar nicht anfallen, je nachdem, wo, wann und womit Sie fahren.
Kurz gesagt: Die Congestion Charge bestraft, dass Sie tagsüber ins Zentrum fahren, egal mit welchem Auto. Die ULEZ bestraft, womit Sie fahren, nämlich mit einem zu alten, zu schmutzigen Fahrzeug, dafür aber in ganz London und rund um die Uhr. Wer das verinnerlicht, versteht sofort, warum manche Fahrer beides zahlen und andere gar nichts.
| Congestion Charge | ULEZ | |
|---|---|---|
| Was wird belastet? | Das Fahren im Zentrum | Der Schadstoffausstoß des Autos |
| Gebiet | Nur die Innenstadt (ca. 22 km²) | Ganz Groß-London (alle 33 Boroughs) |
| Zeiten | Mo bis Fr 7 bis 18 Uhr, Sa, So & Feiertage 12 bis 18 Uhr | 24 Stunden, 7 Tage die Woche |
| Preis pro Tag | 18 £ | 12,50 £ (Pkw) |
| Hängt ab vom Auto? | Nein, fast jedes Fahrzeug zahlt | Ja, nur Fahrzeuge unter der Abgasnorm |
Die Congestion Charge im Detail
Die Congestion Charge ist eine Staugebühr. Sie wurde 2003 eingeführt, um den Verkehr in der Londoner Innenstadt zu reduzieren, und kostet seit dem 2. Januar 2026 18 £ pro Tag, zuvor waren es 15 £. Es ist die erste Erhöhung seit 2020. Der Betrag ist eine Tagespauschale: Ob Sie einmal durch die Zone fahren oder den ganzen Tag darin unterwegs sind, Sie zahlen genau einmal.
Entscheidend sind die Zeiten, denn außerhalb davon ist das Fahren kostenlos. Die Gebühr gilt von Montag bis Freitag zwischen 7 und 18 Uhr sowie an Wochenenden und Feiertagen zwischen 12 und 18 Uhr. An Weihnachten und Neujahr fällt sie nicht an. Das eröffnet den ersten echten Spartrick: Wer als Tourist ohnehin flexibel ist, fährt schlicht vor 7 Uhr morgens oder nach 18 Uhr abends ins Zentrum und zahlt nichts.
Die Zone umfasst rund 22 Quadratkilometer im Herzen Londons, darunter die City of London, Westminster, Holborn, Mayfair, Southwark und die South Bank. Sie ist mit Schildern und einem weißen „C“ auf rotem Grund markiert. Eine Bezahlung an der Schranke gibt es nicht: Kameras mit automatischer Kennzeichenerkennung (ANPR) erfassen Ein- und Ausfahrt, abgerechnet wird im Nachhinein.
Eine wichtige Neuerung 2026 betrifft Elektroautos: Sie haben zum 25. Dezember 2025 ihre vollständige Befreiung verloren und zahlen nun ebenfalls. Wer ein E-Auto über das Auto-Pay-System registriert, erhält allerdings 25 Prozent Rabatt, zahlt also 13,50 £ statt 18 £. Motorräder und Mopeds bleiben befreit.
Die Congestion Charge endet um 18 Uhr. Wenn Sie ein Hotel im Zentrum gebucht haben, lohnt es sich, die Ankunft bewusst auf den frühen Abend zu legen. Ein Stau auf der M25 am späten Nachmittag ist ärgerlich, sorgt aber dafür, dass Sie nach 18 Uhr in die Zone rollen und die Tagesgebühr komplett sparen. Planen Sie die letzte Etappe also nicht zu früh.
Die ULEZ im Detail
Die Ultra Low Emission Zone (ULEZ) verfolgt ein anderes Ziel: bessere Luft. Sie richtet sich nicht gegen den Verkehr an sich, sondern gegen schadstoffreiche Fahrzeuge. Seit August 2023 gilt sie in ganz Groß-London, also in allen 33 Stadtbezirken bis kurz vor die Autobahn M25. Anders als die Congestion Charge gilt sie rund um die Uhr, sieben Tage die Woche, das ganze Jahr über mit Ausnahme des ersten Weihnachtsfeiertags.
Die Gebühr beträgt 12,50 £ pro Tag für die meisten Pkw, Motorräder und kleinere Transporter bis 3,5 Tonnen. Schwerere Fahrzeuge wie Lkw oder Busse zahlen 100 £. Ob Sie zahlen müssen, hängt allein von der Abgasnorm Ihres Autos ab. Als grobe Faustregel gilt: Benziner ab Euro 4 (etwa ab 2006) und Diesel ab Euro 6 (etwa ab September 2015) erfüllen die Norm und fahren kostenlos. Alles darunter zahlt.
Gerade hier wird es für deutsche Reisende heikel, denn viele beliebte Familien- und Reisediesel der Baujahre 2010 bis 2015 erfüllen die Euro-6-Norm nicht und sind damit gebührenpflichtig, obwohl sie sich keineswegs alt anfühlen. Prüfen Sie unbedingt vorab, in welche Kategorie Ihr Fahrzeug fällt. Auf der offiziellen TfL-Seite gibt es dafür einen kostenlosen Kennzeichen-Check.
Der größte Fehler deutscher Fahrer: das nicht registrierte Kennzeichen
Jetzt kommt der Punkt, der in fast keinem Reiseführer steht und der echtes Geld kostet. Die ULEZ-Kameras lesen zwar Ihr deutsches oder österreichisches Kennzeichen, können es aber nicht automatisch mit den Abgasdaten Ihres Fahrzeugs abgleichen. Die britische Fahrzeugdatenbank kennt Ihr ausländisches Auto schlicht nicht.
Die Folge ist tückisch: Selbst wenn Ihr Auto die Euro-6-Norm erfüllt und eigentlich befreit wäre, stuft das System es im Zweifel als nicht konform ein und Ihnen droht ein Bußgeld, obwohl Sie nichts schulden. Der einzige Schutz: Registrieren Sie Ihr Fahrzeug vor der Reise bei TfL und laden Sie Ihre Fahrzeugpapiere (Zulassungsbescheinigung Teil 1 oder die europäische COC-Übereinstimmungsbescheinigung) hoch. Erst dann ist Ihr sauberes Auto auch im System als sauber hinterlegt.
Planen Sie die TfL-Registrierung mindestens zehn Tage vor der Abreise ein. Die Prüfung der hochgeladenen Papiere kann einige Werktage dauern. Wer das erst am Vorabend versucht, steht ohne gültige Befreiung an der Zonengrenze, und das ULEZ-Bußgeld trifft selbst Fahrer moderner, sauberer Diesel.
Die Zwei-Tage-Falle bei der ULEZ
Ein weiterer Stolperstein, den selbst erfahrene Londonfahrer übersehen: Der ULEZ-Tag läuft von Mitternacht bis Mitternacht, nicht über 24 Stunden ab Einfahrt. Wer also um 23 Uhr in die Zone fährt und am nächsten Morgen wieder hinaus, hat formal an zwei Kalendertagen in der Zone gestanden und zahlt zweimal 12,50 £.
Das klingt nach Kleingeld, summiert sich bei mehreren Übernachtungen im Zentrum aber spürbar. Wenn Sie ohnehin spät anreisen, fahren Sie die letzte Etappe entweder vor Mitternacht komplett oder erst nach Mitternacht. Noch besser: Stellen Sie das Auto gleich außerhalb der Zone ab, dann entfällt die Frage ganz.
Die unterschätzte dritte Gebühr: das Dartford-Stapeleffekt
Wer von Deutschland kommt, reist fast immer über Calais nach Dover oder durch den Eurotunnel nach Folkestone und nähert sich London von Südosten über die M20 und die Ringautobahn M25. Und genau hier lauert eine dritte Gebühr, die mit London selbst gar nichts zu tun hat: die Dart Charge der Dartford Crossing.
Die Dartford Crossing ist die Themse-Querung im Osten der M25. Nutzen Sie sie, fallen pro Fahrt 2,50 £ an, ebenfalls kameraüberwacht und ebenfalls nicht vor Ort bezahlbar. Im ungünstigsten Fall summiert sich ein einziger Tag in einem älteren Diesel so zu drei getrennten Gebühren: Dart Charge, ULEZ und Congestion Charge. Die gute Nachricht: Sie können die Dartford Crossing umfahren, indem Sie die M25 im Westen statt im Osten nehmen, sofern Ihr Ziel das zulässt. Wer von Dover nach West-London oder weiter nach Westengland will, sollte die Route bewusst wählen.
So bezahlen Sie richtig
Beide Gebühren bezahlen Sie am einfachsten online über die offizielle TfL-Website oder die TfL-App. Eine Barzahlung an Tankstellen oder Kiosken gibt es seit Jahren nicht mehr. Sie haben mehrere Möglichkeiten:
- Im Voraus für einen bestimmten Tag oder Zeitraum, ideal, wenn Sie Ihre Reisetage kennen.
- Am Fahrtag selbst, bequem abends im Hotel.
- Bis Mitternacht am dritten Tag danach, dann steigt die Congestion Charge allerdings auf 21 £.
- Auto Pay, ein automatisches Abbuchungssystem von TfL, das für Vielfahrer sinnvoll ist und beim E-Auto den Congestion-Rabatt freischaltet. Für eine einmalige Urlaubsreise lohnt es sich meist nicht.
Speichern Sie sich gleich nach der Buchung Ihres Hotels einen Handywecker für den Abend des Anreisetags mit dem Stichwort „TfL zahlen“. Die mit Abstand häufigste Ursache für ein 160-Pfund-Bußgeld ist nicht Zahlungsverweigerung, sondern schlichtes Vergessen im Urlaubstrubel.
Bußgelder vermeiden, und was bei ausländischen Kennzeichen wirklich passiert
Wird eine fällige Gebühr nicht rechtzeitig bezahlt, verschickt TfL einen Penalty Charge Notice (PCN) über 160 £, der sich bei schneller Zahlung halbiert, bei späterer aber erhöht. Pro Gebühr und pro Tag kann ein eigener PCN anfallen.
Viele deutsche Fahrer hoffen, dass britische Bußgelder über die Grenze hinweg ohnehin nicht eingetrieben werden. Verlassen sollten Sie sich darauf nicht: TfL arbeitet mit europäischen Inkassodienstleistern zusammen, die Halterdaten über ausländische Zulassungsstellen ermitteln und Forderungen im Heimatland nachverfolgen. Auch wenn die Durchsetzung nicht in jedem Einzelfall erfolgt, ist ein offener PCN ein unkalkulierbares Risiko, das sich für eine Tagesgebühr von wenigen Pfund nicht lohnt. Zahlen Sie lieber korrekt und pünktlich.
Was kostet ein Tag in London mit dem Auto wirklich?
Rechnen wir es ehrlich durch, am Beispiel einer typischen deutschen Familienreise mit einem älteren Diesel, der die ULEZ-Norm nicht erfüllt, an einem Wochentag mit Anfahrt über die Dartford Crossing:
Beispielrechnung: ein Tag mit dem Auto ins Zentrum
Rund 58 £, also etwa 68 Euro, nur um das Auto für ein paar Stunden ins Zentrum zu bewegen, und das pro Tag. Zum Vergleich: Eine Tageskarte für den öffentlichen Nahverkehr in London kostet einen Bruchteil davon, und Sie stehen in keinem Stau. Damit ist klar, warum sich für die meisten Besucher eine andere Strategie lohnt.
Die clevere Lösung: Auto draußen lassen, Stadt drinnen genießen
Der wertvollste Rat dieses ganzen Leitfadens ist zugleich der einfachste: Fahren Sie mit dem Auto gar nicht erst ins Zentrum. London hat eines der dichtesten Nahverkehrsnetze der Welt, und beide Gebühren sowie die quälende Parkplatzsuche entfallen vollständig, wenn Sie das Auto außerhalb abstellen.
Bewährt haben sich zwei Ansätze. Erstens die Park-and-Ride-Anlagen und Bahnhofsparkplätze am Stadtrand, etwa an U-Bahn-Endhaltestellen der Metropolitan oder Central Line jenseits der ULEZ-Grenze. Sie parken günstig, lösen ein Tagesticket und sind in 20 bis 40 Minuten im Zentrum. Zweitens, bei einer Rundreise, das Auto gleich in einer günstigeren Stadt vor den Toren Londons zu lassen und mit dem Zug hineinzupendeln.
Bevor Sie überhaupt losfahren: die Reisedokumente
Gebühren hin oder her, ohne die richtigen Papiere kommen Sie gar nicht erst nach England. Seit dem Brexit reicht der Personalausweis nicht mehr, Sie benötigen einen gültigen Reisepass. Zusätzlich brauchen EU-Bürger seit 2025 eine UK ETA, eine elektronische Einreisegenehmigung, die 2026 20 £ pro Person kostet und vorab online beantragt wird. Kümmern Sie sich rechtzeitig darum, denn ohne ETA verweigern die Fährgesellschaften schon die Einschiffung.
Häufige Fragen zu Congestion Charge und ULEZ
Gelten Congestion Charge und ULEZ auch für mein deutsches Auto?
Ja, beide Gebühren gelten unabhängig von der Nationalität des Kennzeichens. Ausländische Fahrzeuge werden genauso erfasst und zur Kasse gebeten wie britische. Für die ULEZ sollten Sie Ihr Fahrzeug zudem vorab bei TfL registrieren, damit ein sauberes Auto auch korrekt als befreit erkannt wird.
Muss ich Congestion Charge und ULEZ zusammen bezahlen?
Nicht zwangsläufig. Es sind zwei getrennte Gebühren. Wenn Sie tagsüber mit einem älteren, nicht konformen Auto ins Zentrum fahren, fallen beide an, also 18 £ plus 12,50 £. Mit einem sauberen Euro-6-Auto zahlen Sie nur die Congestion Charge, und wenn Sie das Zentrum meiden, unter Umständen gar nichts.
Wie finde ich heraus, ob mein Auto die ULEZ-Norm erfüllt?
Als Faustregel erfüllen Benziner ab Euro 4 und Diesel ab Euro 6 die Norm. Genaue Gewissheit gibt der kostenlose Kennzeichen-Check auf der offiziellen TfL-Website, in den Sie Ihr Kennzeichen oder die Fahrzeugdaten eingeben. Gerade bei Dieseln der Baujahre 2010 bis 2015 lohnt sich die Prüfung, da viele knapp unter Euro 6 liegen.
Wie kann ich die Gebühren legal umgehen?
Die Congestion Charge entfällt, wenn Sie außerhalb der Gebührenzeiten fahren, also vor 7 Uhr oder nach 18 Uhr unter der Woche. Die ULEZ lässt sich nur mit einem konformen Fahrzeug oder durch Meiden ganz Groß-Londons vermeiden. Der sicherste Weg, beiden zu entgehen, ist, das Auto außerhalb der Zonen zu parken und mit dem Nahverkehr ins Zentrum zu fahren.
Was passiert, wenn ich die Gebühr vergesse zu zahlen?
Sie haben bis Mitternacht des dritten Tages nach der Fahrt Zeit, die Congestion Charge nachzuzahlen, dann allerdings zum erhöhten Satz von 21 £. Danach verschickt TfL einen Penalty Charge Notice über 160 £. Dieser kann auch ausländische Halter erreichen, da TfL mit europäischen Inkassodiensten zusammenarbeitet.
Zahlen Elektroautos 2026 auch die Congestion Charge?
Ja. Seit dem 25. Dezember 2025 ist die vollständige Befreiung für E-Autos entfallen. Elektrofahrzeuge zahlen nun ebenfalls, erhalten aber bei Registrierung über das Auto-Pay-System 25 Prozent Rabatt, also 13,50 £ statt 18 £. Die ULEZ erfüllen reine Elektroautos ohnehin und zahlen dort nichts.
Lohnt es sich überhaupt, mit dem Auto nach London zu fahren?
Für die Anreise nach Großbritannien ist das eigene Auto oft ideal, gerade bei einer Rundreise. Im Zentrum Londons selbst ist das Auto jedoch eher Last als Lust, wegen Gebühren, Stau und teurer Parkplätze. Die beste Kombination ist, mit dem Auto anzureisen, es am Stadtrand abzustellen und London selbst mit Bahn und U-Bahn zu erkunden.
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⚓ Fähren vergleichenAlle Angaben zu Tarifen und Regeln entsprechen dem Stand Juni 2026 und basieren auf den offiziellen Informationen von Transport for London. Gebühren und Zonen können sich ändern, prüfen Sie die aktuellen Werte vor Ihrer Reise auf der offiziellen TfL-Website.
